Chronik Evag

 

  

Essener Straßenbahnen (ab 1893)

(ab 1895) Süddeutsche Eisenbahn - Gesellschaft SEG (bis 1954)

Essener Verkehrs AG

Kurzinfo für Wissenshungrige

 

 

Essener Verkehrs AG

Die wunderbare Reise mit der Postkutsche:

Den Anfang machte die Post. Die in alten Zeiten dem Personenverkehr dienenden Fahrzeuge der Post sind ein Stück Kulturgeschichte. In der Blüte des 19. Jahrhunderts erfuhr die Postkutschenpoesie an Bedeutung. Mit der ansteigenden Omnibus-Beschaffung  wurde auch das Werkstättenwesen auf- und ausgebaut. Lieferfirmen für die auf LKW –Fahrgestellen aufgebauten Omnibusse waren Daimler Benz, Büssing, Saurer und die NAG. Bequem war das Busfahren für die Fahrgäste damals noch nicht. Auch das private Fuhrgewerbe sah im aufstrebenden Omnibusverkehr eine Einnahmequelle. Erst im Jahr 1924 entwickelte Continental den ersten entwickelten Luftreifen für Omnibusse, der die Vollgummiräder ablöste. Die Einführung der Niederrahmenbauweise revolutionierte im gleichen Jahr den Omnibusbau. Vom LKW-Fahrgestell konnte auf die Erfordernisse des Personenverkehrs Abschied genommen werden. Die Entwicklung der Omnibusindustrie nahm einen stürmischen Verlauf, neue Hersteller schossen aus dem Boden und die Typenvielfalt wuchs inflationär. Auch DAAG, Krupp, Henschel, Magirus und Vomag lieferten stolze Omnibuszahlen.

Die Geschichte der Stadt Essen und die Entstehung der ersten Verkehrsmöglichkeiten

Nachdem die Stadt Essen durch den gewaltigen Aufschwung, den die im Stadtgebiet und in den Vororten belegene Industrie genommen hatte, an Einwohnerzahl von 3500 im Jahre 1803 , auf 10000 im Jahre 1850, auf 20000 im Jahre 1860, auf 50000 im Jahre 1870, und 57000 im Jahre 1880 gestiegen war, trat mehr und mehr das Bedürfnis nach Verkehrsmöglichkeiten von den Umliegenden Ortschaften zum Stadtkern auf. Der Ruf nach geeigneten Verkehrsmitteln war daher voll und ganz gerechtfertigt. Die erste Eisenbahnstrecke, die für die Stadt Essen Bedeutung hatte, war die Köln-Mindener-Strecke. Die Strecke wurde 1847 eröffnet und berührte das noch nicht eingemeindete Altenessen.1862 folgte dann die Bergisch-Märkische Strecke über den heutigen Essener Hauptbahnhof. Nachdem im Jahre 1866 die West-Oststrecke der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft Osterath-Essen gebaut war, erhielt Essen einen weiteren Bahnhof: den Bahnhof Essen-Nord.Im Jahre 1874 wurde dann die Verbindung nach Norddeutschland hergestellt. Durch den Bau dieser Strecken war die Stadt Essen mit ihren Vororten in den deutschen Eisenbahnverkehr eingeschaltet. Bald jedoch ergab sich, dass die bestehenden Eisenbahnlinien auf die Dauer keineswegs mehr geeignet waren, den Verkehrsanforderungen im Vorortverkehr, geschweige denn im innerstädtischen Verkehr, zu befriedigen. So trat der Gedanke auf, andere Verkehrsmittel im Dienst zu stellen. Die Errichtung von innerstädtischen Verkehrslinien neben den Eisenbahnlinien. Als Vorläufer dieser neuartigen Verkehrseinrichtungen müssen die bereits vorhandenen Personenposten genannt werden, die schon Ende des 18.Jahrhunderts in Essen bestanden und von der Posthalterei Van Eupen betrieben wurden. Diese öffentlichen Personenposten mussten aber nach dem Bau der Eisenbahnlinien allmählich ihren Betrieb einstellen, da ein Bedürfnis für solche schwerfälligen Überlandverbindungen nicht mehr vorlag.Es wurden sämtliche öffentliche Personenposten in den 60.ger und 70.ger Jahren des vorigen Jahrhunderts aufgehoben. Es wurden private Personen-Omnibuslinien von der Firma Van Eupen eingerichtet. Gegen 1868 entstanden von der Firma Van Eupen betriebene private Omnibuslinien: Essen-Steele,Essen-Oberhausen, Essen-Bottrop,Essen-Horst,Essen-Stoppenberg-Katernbberg,Essen-Frintrop-Bedingrade.

Die meisten dieser Linien fuhren täglich einmal, andere zwei-oder Dreimal in jeder Richtung. Der Verkehr hielt an, bis die Personen-Omnibuslinien durch die Essener Straßenbahnen abgelöst wurden. Mit dem Aufkommen der elektrischen Straßenbahn Die ab 1893 in Essen fuhr, verschwanden die privaten Omnibuslinien der Firma Van Eupen. Die letzte Pferde-Omnibuslinie Essen-Stoppenberg stellte im Jahre 1899 ihren Betrieb ein. Nachdem man eingesehen hatte, dass die Busverbindungen für den Nahverkehr unentbehrlich geworden waren, wurde allmählich in der Bürgerschaft Der Ruf nach einer Straßenbahn laut. Die ersten Omnibusse in Essen. Die Jahre 1925 bis 1945! Der Omnibusbetrieb bei den Essener Straßenbahnen (damals Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft)begann am 11.07.1925. Die ersten Omnibusse verkehrten auf der Strecke Essen Hauptbahnhof in Richtung Heisingen. Damit begann in Essen der Linienverkehr mit Omnibussen. Dieser leistete in der Erschließung bislang von der Straßenbahn nicht berührter Gebiete mit geringem Verkehrsbedürfnis gute Dienste. Die Verkehrsmittel, Autobus und Straßenbahn, sollten nicht nebeneinander, sondern, sich gegenseitig ergänzend, dem Verkehr dienen. Die nachfolgende  Tabelle gibt eine Übersicht über die im Laufe der Jahre in Betrieb genommenen bzw. stillgelegten Autobuslinien.

 

In Betrieb genommen:

 

Nr.1 Essen Hbf.-Heisingen in Betrieb am 11.07.1925

Nr.2 Bredeney-Werden in Betrieb am 12.07.1925

Nr.3 Essen Hbf.-Bottrop in Betrieb am 23.07.1925

Nr.4 Fliegenbusch-Gelsenkirchen in Betrieb am 01.08.1925

Nr.5 Essen-Kettwig in Betrieb am 08.08.1925

Nr.6 Steele-Höntrop in Betrieb am 20.08.1925

Nr.7 Essen Hbf.-Schonnebeck in Betrieb am 10.09.1925

Nr.8 Essen Hbf.-Osterfeld in Betrieb am 15.10.1925

Nr.9 Essen Hbf.-Bredeney in Betrieb am 02.12.1925

Nr.10 Essen Hbf.-Werden in Betrieb am 05.09.1926

Nr.11 Essen Hbf.-Kettwig in Betrieb am 16.04.1927

Nr.12 Essen Hbf.-Buer in Betrieb am 12.10.1927

Nr.13 Essen Hbf.-Haarzopf in Betrieb am 30.03.1929

Die unter Nr.12 bezeichnete Linie war eine Schnelllinie, die die Entfernung von 15,83 km in 42 Min. bewältigte. Wegen des geringen Verkehrs musste diese Linie wie auch andere Linien, ihren Betrieb bald wieder einstellen.

Der Betrieb wurde eingestellt am:

Nr.2 Bredeney-Werden 04.09.1926

Nr.3 Essen Hbf.-Bottrop 07.07.1930

Nr.4 Fliegenbusch-Gelsenkirchen 04.11.1925

Nr.5 Bredeney-Kettwig 15.04.1927

Nr.8 Essen Hbf.-Osterfeld 30.11.1926

Nr.9 Essen Hbf.-Bredeney 04.09.1926

Nr.12 Essen Hbf.-GE-Buer 16.07.1930

Nr.13 Essen Hbf.-Haarzopf 30.04.1929

 

Am 01. November 1892 wurde mit dem Bau der elektrischen Straßenbahn in Essen begonnen. Am 23. August 1893 wurden die ersten beiden Strecken Bergisch-Märkischer-Bahnhof - (heutiger Hauptbahnhof) Viehofer Platz-Bahnhof Altenessen und Bergisch-Märkischer Bahnhof-Germaniaplatz Borbeck feierlich eröffnet. Im ersten Geschäftsjahr 1894 waren 24 Triebwagen und 17 Beiwagen vorhanden. Im Jahr 1895 wurde in Darmstadt die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft gegründet. Die Gesellschaft betrieb den öffentlichen Personennahverkehr in Essen bis zum Jahre 1954. Am 11. Juli 1925 wurden auf der Strecke Hauptbahnhof-Heisingen erstmals Omnibusse im Linienverkehr eingesetzt. Im Jahr 1926 wurde das Gebäude - Erzhof erworben, in dem die Verwaltung der EVAG noch heute ihren Sitz hat. Am 08.Mai 1949 verkehrten die ersten Obusse zwischen Stadtwaldplatz und Heisingen als Linie 40. Der Obusbetrieb wurde im Jahr 1958 wieder eingestellt. Der Großraumwagen mit einem festen Schaffnerplatz setzte sich im Straßenbahnbetrieb ab 1953 mehr und mehr durch. Aus der Süddeutschen wurde im Jahr 1954 die EVAG (Essener Verkehrs AG). Im Jahr 1956 wurden bereits 155 Millionen Fahrgäste befördert. Am Saalbau ging die Straßenbahn 1967 unter die Erde. Am 28. Mai 1977 wurde die U-Stadtbahn in Betrieb genommen. Am 01.Januar 1980 wurde der VRR gegründet. An diesem Tag begann die Zusammenarbeit von 22 Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Im September 1980 wurde die erste Teilstrecke des vom Bundesminister für Forschung und Technologie der Dual-Mode-Bus Spurbus genannt eröffnet. Der Omnibussektor Betriebshof Stadtmitte wurde 1963 in Betrieb genommen. Am 11. Oktober 1964 wurde auch der Straßenbahnteil der neuen Anlage im Betriebshof Stadtmitte  eingeweiht. Die Betriebshöfe Grillostraße, Kruppstraße und Gruga wurden gleichzeitig 1964 stillgelegt. Am 19.September 1980 wurde die oberirdische Duo-Bus Teststrecke Fulerumer Straße eröffnet. Am 29. Mai 1983 wurde die Duo-Bus Strecke Wittenbergstraße in Betrieb genommen. Eine Spurbusweiche wurde zunächst in der Wittenbergstraße einer Erprobung im Oberflächenverkehr unterzogen. Eine Hubkantenweiche und eine Biegekantenweiche wurden verwendet. In der Phase 3 1984/85 sollen der Mischbetrieb von Straßenbahnen und Duo-Bussen in gemeinsamen Tunneltrassen ermöglicht werden. Damit ergänzt der Spurbus idealer Weise die Stadtbahn. Die Vorteile des Busses liegen insbesondere in der hohen Flexibilität und Wirtschaftlichkeit des Betriebseinsatzes. Warum sollte es nicht möglich sein, die Vorteile der vom übrigen Verkehr unabhängigen Trassenführung auch für Omnibusse nutzbringend anzuwenden?  Um in den eigenen Tunnelquerschnitten mit den Duobussen spurgenau fahren zu können, müssen die Spurbusse automatisch gelenkt werden. Die automatische Spurführung ist sowohl elektronisch als auch mechanisch möglich. Der Fahrweg besteht aus Betonfertigteilfahrstreifen und –schwellen. Die besonderen Konstruktionsmerkmale der Duo-Busse verleihen den Spurbus ein Höchstmaß an aktiver Sicherheit. Die Fahrzeuge werden in jeder Fahrsituation sicher innerhalb der 180 mm hohen Führungskanten gehalten.

Beginn der Ausbildung des Personals im Tunnel Porscheplatz durch Begehung der

Strecke am 08. August 1988. Erster offizieller Bus am 23.09.1988. Eröffnung der Linie 146 am 25.09.1988.

 

Spurbusbetrieb

                                             

DOU-Bus Prototypen : MAN 3700 und Mercedes Benz 3701

 

Beide mit Gleichstromteiler und mit zusätzlicher Nutzbremseinrichtung ausgestattet.

Stangenstromabnehmer der Firma Dornier, Gleichstromreihenschlussmotoren.

MAN SG 240 H

Die MAN Version ist eine Ausführung bei dem gemeinsam  von MAN und Siemens gebauten Prototyp die Mittelachse angetrieben wird.

O 405 GTD

Eine Sonderausführung sind die Außenspiegel an den Duo-Bussen. Wegen der geringen Fahrbahnbreite und den Abständen der Duo-Busse zu den Masten mußten linksseitig Klappspiegel angebracht werden die vom Fahrer über ein Schalter betätigt wurden. Auch rechtsseitig wurden kleinere Spiegel angebracht um auf den Bahnsteig stehende Fahrgäste nicht zu gefährden. Bei einer Reifenpanne ermöglichten Innenlaufringe aus Stahl eine langsame Weiterfahrt um aus den Gefahrenbereich Richtung Ortsfahrbahn ungehindert ausfahren zu können.

E-Ausrüstung :

AEG,Stromabnehmer Dornier, 600 V 180 kW und 750 V 220 kW max-Leistung.

3711 bis 3718 Mischstrom-Reihenschlussmotor.

 

Die Essener Verkehrs AG

Essen besitzt ein gut ausgebautes Straßenbahn- und Stadtbusnetz, das von der EVAG (Essener Verkehrs AG) betrieben wird.

 

Mit immer leiseren und zuverlässigeren Dieselmotoren tritt  die Bedeutung des Obusses im öffentlichen Nahverkehr immer weiter zurück.

Es bleiben noch aus Obusbetrieben die Linien in Solingen, Esslingen und das Duo-Bus-System in Essen erhalten.

Im September 1995 wurde der Spurbusbetrieb im Tunnel wieder eingestellt, nur wenige Tage später endete der elektrische Betrieb im Stadtteil Kray und damit der Duo-Bus-Betrieb.

Städte leben auch aus ihrer Geschichte und Tradition.Das gehört zum Gesicht einer Stadt, dass sie sich an historischen Punkten mitorientiert.

 

Literatur:

Spurbus Essen, Essener Verkehrs AG, Informationsschriften zum Forschungs- und Entwicklungsvorhaben Spurbus Essen Phase III Spurbusbetrieb im Tunnel

Spurbus, eine Informationsschrift zum Forschungs- und Entwicklungsvorhaben Dual-Mode-Bus Essen

Spurbus Essen, Essener Verkehrs AG, Busverkehr heute

90 Jahre öffentlicher Personennahverkehr  in Essen

Viazett, Mitarbeitermagazin der DVG, EVAG, MVG

KURS, Magazin der Essener Verkehrs AG

40 Jahre Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft

10 Jahre Stadtbahnwagen M / N

U-Stadtbahn Essen , Universitätslinie

Sag Du zum U, Essen ist U-Bahn-Stadt

Essener Verkehrs AG, Auswertung der Gesamt-Verkehrszählung

 

 

Peter von Chamier-Cieminski

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