Gebr. Ludewig Info

Gebr.Ludewig  & Essener Verkehrs AG

Im Jahre 1919 wurde unter dem Namen Kopp & Ludewig eine Karosseriefabrik gegründet und zunächst Pkw-Aufbauten und die patentierten Aero-Verdecke hergestellt.1922 wurde das Unternehmen von Ing. Josef Ludewig (1893-1966) und seinem Bruder, Rolf Ludewig als Karosseriefabrik Gebr. Ludewig GmbH als Alleineigentümer erworben; große Fabrikneubauten in der Essener Bruckmannstraße kamen hinzu. Im Jahre 1929 und  ab 1933 folgte der Bau von Omnibuskarosserien auf Ford und Opel-Fahrgestellen. Es erregten dann vor Kriegsbeginn die Stromlinienaufbauten auf Opel- 3,5 Tonnen-Fahrgestellen großes Aufsehen. Nachdem das Unternehmen während des Krieges  Wehrmachtsaufbauten herstellte, aber auch schwer zerstört worden war, nahm es nach dem Krieg den normalen Omnibus-Karosseriebau auf verschiedenen Fremdfahrgestellen und ab 1950 die Fertigung von Aero-Anderthalbdeckern auf Büssing und auf Daimler-Benz-Fahrgestellen auf. Auch für das Krupp-Werk erstellte Ludewig verschiedene Aufbauten. Eine geplante Zusammenarbeit kam zwischen den beiden Essener Herstellern nicht zustande. Es wurde ein eigenes Modell vom Typ Aero H 4000 fertiggestellt und zwar von 1955-1956.Das in Verbund-Bauweise mit einem Rahmen und einer mittragenden Leichtmetallkarosserie herstellte. Ein für die damalige Zeit beachtlich niedriger Einstieg kennzeichnete das nur 4,5 t schwere Stadtbusmodell. Es wurden ca.30 Fahrzeuge Seriengefertigt. Nach der Einstellung dieses Modells, dessen Kämper-Motor nicht standfest genug war, konzentrierte sich das Unternehmen auf den Bau von Anderthalbdeckern und Gelenkfahrzeugen auf Daimler-Benz und Büssing-Untergruppen. Diese Fahrzeugkonstruktionen konnten von ihrer Kapazität her die nicht mehr erlaubten Omnibus-Anhängerzüge ersetzen.Im Jahre 1955 wurden drei der Essener Verkehrs-AG zwei Wagen dieses Typs Aero H 4000 angeschafft. Dieser Omnibus hatte einen Aufbau mit zwei Einfach-Falttüren vorn- und in der Mitte. Die beiden Wagen hatten die Ordnungsnummer 201 und 202.Im Jahre 1960 wurden die Wagen als Ausflugwagen genutzt. Die Fahrzeuge wurden später Umnummeriert und bekamen die Nummern 3951 und 3952.

Techn. Daten:

Ludewig H 4000

Kämper-Motor 692 Diesel

Viertakt-Motor im Heck

Wassergekühlt

6 Zylinder      -108 Ps bei 2900 U/min      -Hubraum 4706 ccm

Leergewicht 4680/4710 kg

Zul. ges. Gewicht 8840 kg

Sitzplätze 25 und 25 Stehplätze

max 68 Personen

Radstand 3960 mm

Spurkreis 14800 mm

Länge 8215 mm

Breite 2365 mm

Höhe 2720 mm

zwei Achsen

2x12 V 94 Ah Batterien. 

Der Wagen 3952 wurde nach seiner Ausmusterung 1962 umgebaut und ab 1963-1970 als Thermitschweißwagen A 230 eingesetzt. Im Jahre 1970 wurde der Wagen abgebaut. Der Ludewig H 4000 wurde auf der Frankfurter Messe IAA als Komplettbus 1955 vorgestellt. Alle Karosserieteile waren nach dem Aero-Prinzip auswechselbar. Der Motor wurde im Heck installiert. Die Achsen und das Lenkradgeschaltete Viergang-Synchron-Getriebe stammen von der Daimler-Benz-AG. Der H 4000 wurde als Linienbus für den Einmannbetrieb angeboten.30 Stück dieses Typs wurden fertiggestellt und ausgelifert. Duisburg kaufte davon 10 Omnibusse und setzte sie im Vorortverkehr ein. Im Jahre 1956 stellte Ludewig die Serienfertigung ein.

Von 1969-1974 karossierte das Ludewig-Werk 80 dreiachsige Obusse  vom Typ TS Aero (TS für Trolleybus Solingen) in drei Bauserien für die Stadtwerke Solingen. Der einstige Krupp-Lastwagen LF 380 diente als Grundlage dieses mit 105 kW Garbe-Lahmeyer-Motoren ausgestattete Fahrzeug. Hinter der großen Bugklappe verbargen sich die Hilfsgeneratoren mit 18 kW VW-oder Porsche-Hilfsmotoren.150 Fahrgäste konnten in diesen kastenförmigen Modellen befördert werden. Ab 1987 wurden diese TS-Fahrzeuge an O-Busbetriebe in Mexiko und in Griechenland abgegeben. Nachdem die Daimler-Benz AG und die MAN als Nachfolgeunternehmen des Büssing-Werkes eigene Gelenkzüge herstellten, und das Interesse an den Anderthalbdeckern zurückgegangen war, muste das inzwischen in der Essener Stauderstraße 49-59 ansässige Unternehmen im Jahre 1976 Konkurs anmelden. Etwa 800 Anderthalbdecker waren bis zu diesem Zeitpunkt gefertigt worden.

 Einige Ludewig-Fahrzeugtypen:

90 Ps Büssing-NAG-Zweistöckiger Fernreisebus

108 Ps Ludewig Aero H 4000

200 Ps DB/Ludewig O 317 Aero Anderthalbdecker

172/200 Ps DB Aero O 317 Gelenkzug

105 kW  Ludewig TS Aero  2te Bauserie Solingen

210 Ps DB/Ludewig O 317 Aero Anderthalbdecker

Der Großraumbus Ludewig Eineinhalbdecker, AERO 1,1/2 Linienbus in Essen.

Nachdem der Gesetzgeber den Omnibus-Anhänger verboten hatte, baute die Firma Ludewig in Essen Karosserien, deren Gesamthöhe zwischen 3,45 und 3,70 Meter schwankten .zB.: auf dem Büssing-Dreiachs-Fahrgestell Typ 11 RU 7 mit Schleppachse. Das Fassungsvermögen lag bei 185 Fahrgästen.
Lieferungen in Essen ab 1953 Krupp/Ludewig (ex DB Baujahr 1951) Wagen Nr.3 Krupp SWO 480 145 PS, 3500 mm Hoch 2500 mm breit. 
1957- Krupp/Ludewig:
Wagen 301 bis 305 Lieferung 1957 
Krupp (D 459) 
1957- Krupp/Ludewig:
Wagen 3701 bis 3713 Lieferung Jahr 1957/58 
1959- Büssing/Ludewig 
Wagen 3751 bis 3754 Lieferung Jahr 1959/60 
1961- Büssing/Büssing 
Wagen 3755 bis 3767 Lieferung Jahr 1961/62

Anderthalbdecker waren eine ausgezeichnete Lösung im Ruhrgebiet der 50/60er Jahre.
Der hist.Museumsbus 3902 Daimler Benz/Ludewig O 317 1/1,2 Decker (E-O317H) der VHAG EVAG ist kein Essener Orginal.

 

 

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